Norwegen, Kragerø (11)

Seit nunmehr 12 Jahren unterhält die Bischöfliche Marienschule Mönchengladbach einen nicht sprachlich geprägten Austausch mit der Kragerø Vidergænde Skole.
Jährlich nehmen ca. 25 Schülerinnen und Schüler beider Schulen an diesem Programm teil.
„Was macht den Reiz eines nicht sprachgebundenen Austauschs aus?“, wird sich mancher fragen. Da lassen sich natürlich schnell Schlagworte wie Völkerverständigung, die Begegnung mit der anderen Kultur und des Landes etc. finden, was natürlich, in der richtigen Weise mit Leben gefüllt, auch eine wichtige Rolle spielt. Darüber hinaus bietet Norwegen aber durch seine einzigartige Natur die Gelegenheit, vieles im Erdkundeunterricht besprochene einmal „live“ zu erleben. So bieten sich in der Region um Kragerø vielfältige Möglichkeiten, eiszeitliches Geschehen nachzuvollziehen. Historische Einblicke gewährt eine Festungsanlage aus dem 2. Weltkrieg.
Nicht zuletzt können ähnlich gelagerte Probleme beider Länder (z.B. Energieproblem) mit ihren verschiedenen Lösungsansätzen betrachtet werden.
Man hört schon die Frage: „Und das soll für Schüler so interessant sein, dass sie sich um den Austausch bemühen?“
Ein klares „Ja“, wenn all diese Dinge in einer herrlichen Natur fast wie von alleine angestoßen werden.
Im Gegenzug sind unsere Schüler natürlich gerne behilflich, wenn die norwegischen Gäste beim Gegenbesuch deutsche Großstädte erkunden wollen. Und bei der Betrachtung eines Tagebaues von Rheinbraun fällt wohl so manchem die Energiegewinnung an einem Wasserfall in Norwegen wieder ein ….

Impressionen und Programmpunkte des Austausches mit der Vidergænde Skole in Kragerø, Norwegen

Kragerø

Kragerø ist ein kleines Küstenstädtchen, ganz im Süden Telemarks. Kragerø hat seit 1666 den Stadtstatus und war Mitte des 18. Jh. die sechstgrößte Seefahrts- und Segelbootstadt. Damals war Kragerøs größte Exportware Holz, das aus dem Inland an die Küste geflößt wurde.

Kragerø hat einen großen und variantenreichen Schärenpark mit 495 Inseln, Felsen und Schären. Die Einwohnerzahl erhöht sich im Sommer um ein Vielfaches. Der pittoreske Stadtkern, der hauptsächlich aus Holzhäusern, engen Gassen und kleinen offenen Märkten/Plätzen besteht, ist ein natürlicher Treffpunkt.

Jomfruland

Die Insel Jomfruland schirmt den Schärenpark zum offenen Meer ab. Täglich kann man mit der Fähre von der Stadt aus hierher fahren. Über die Herkunft des Namens der Insel (Bedeutung: Jungfraueninsel) gibt es verschiedene Theorien….

Die Insel ist Teil einer Moräne, die sich von der Ostsee durch Schweden bis an die norwegische Küste erstreckt. Die abwechslungsreiche Landschaft mit reicher Vegetation kennzeichnet diese Insel. Sie ist ein Paradies für 60-70 Vogelarten. Die Innenseite der Insel besteht aus einem langen Sandstrand und die Außenseite aus einem Steinstrand voller runder Steine. Jomfruland bietet zu jeder Jahreszeit ein ganz besonderes Naturerlebnis.

Es gibt zwei Leuchttürme auf Jomfruland. Der alte besteht aus Ziegelstein, ist 22 m hoch und wurde 1839 das erste Mal in Betrieb genommen. 100 Jahre später wurde der zweite Turm, 37 m hoch, aus Eisen gebaut. Heute dient der alte Turm als kulturelles Andenken und kleines Museum in der Sommerzeit, und von hieraus hat man einen wunderschönen Ausblick über die ganze Insel, das Meer und den Schärenpark. Der Garten und das Haus des Zündmeisters dienen als Arena für Sommerkonzerte und Ausstellungen bekannter Kragerøer Künstler.

Die Außenseite der Insel ist von Wind und hartem Wetter geprägt. Die bekannten runden Steine kamen ursprünglich mit dem Eis aus dem Inland und wurden von den Kräften des Meeres rund gespült. Sie geben dieser Seite der Insel ein einmaliges Aussehen. Hauptgebäude ist die ursprüngliche Kaserne der Küstenfestung Krikken auf der Insel Skåtøy.

Skåtøy

Skåtøy ist die größte Insel des Schärenparks. Mit dem Boot kommt man durch den Eidskilen Kanal, der die Insel teilt und vom Eidskiltroll bewacht wird.

Auf Skåtøy liegt die Küstenfestung Krikken, heute ein Ausflugsgebiet. Diese Anlage wurde während des 2. Weltkrieges von den Norwegern für die Deutschen erbaut. Hier findet man noch heute Schützengräben, mehrere Bunker und Höhlengänge, und wir empfehlen, eine Taschenlampe mitzunehmen.

Portør

Portør ist eine alte Zoll- und Lotsenstation. Der Name bedeutet Steinhafen. Portør liegt außerhalb des Schärenparks zwischen Kragerø und Risør. Mit dem Auto fährt man über die Halbinsel Levangsheia. Dort kann man unter anderem das alte Wachhaus des damals so wichtigen Hafens besichtigen.

Portør ist von spezieller Natur geprägt. Der höchste Punkt liegt nur 22 m über dem Meeresspiegel. Das Terrain besteht aus großen, vom Eis glatt geschliffenen Felsen mit weiter Aussicht auf das offene Meer. Hier kann es recht stürmisch werden, aber an warmen Sommertagen kann man sich auf den aufgewärmten Felsen sonnen und im Meer baden.

Oslo

Oslo bietet mit seinen 450.000 Einwohnern einige Sehenswürdigkeiten. So gehört ein Besuch der für die norwegische Geschichte wichtigen Seefahrtmuseen (z.B. Polarschiff Frahm und Thor Heyerdahls Kontiki) genauso dazu wie ein Besuch auf der bekannten Skisprungschanze Holmenkollen.

Im Stadtkern gibt es dann neben Schloss und Regierungsgebäude (Stolting) natürlich auch eine Vielzahl interessanter Geschäfte.

 

 

 

 

Die obligatorische Kanutour

Einen Tag mit dem Kanu auf einem der wunderschönen Seen zu verbringen, gehört zu den Highlights des Besuchs in Norwegen. Hier lässt sich die Natur hautnah erleben, die Ruhe genießen, und manchmal klappt es sogar mit einem kleinen Bad in diesen herrlichen, sauberen Seen.

 

 

 

   
 

© 2010 Bischöfliche Marienschule Mönchengladbach
Inhaltsverzeichnis | Haftungsausschluss | Anmelden |