Abschluss eines aufregenden Projekts: Start eines Wetterballons

Abschluss eines aufregenden Projekts: Start eines Wetterballons

Wir (Schüler:innen aus der Q1) haben in der Projektwoche das Projekt „Makerspace- Naturbeobachtungen“ zusammen mit Herrn Witting geleitet und dabei zusammen mit anderen Schüler:innen, einen Wetterballon gebaut.

Um dies zu realisieren, war es nötig, eine Sonde zu bauen, welche mit verschiedenen Sensoren ausgestattet ist:

  • zwei Kameras
  • einem Datenlogger: Dieser misst Werte wie z.B. Höhe, Luftdruck, Temperatur usw.
  • zwei GPS-Trackern: einer, der seine Position per Satellit bestimmt, und ein zweiter, der seine Position über das Mobilfunknetz bestimmt.

Um einen Ballon in Deutschland steigen lassen zu dürfen, benötigt man eine Genehmigung der Flugbehörde. Diese benötigt viele Angaben und macht daher auch viel Arbeit.

All diese Sachen haben wir in der Projektwoche erarbeitet und getestet, wäre ja schließlich ärgerlich, wenn man einen Ballon samt Sonde und Technik steigen lässt und dann nie wieder findet.

Schüler bei der Vorbereitung des Wetterballons
Schüler bei der Vorbereitung des Wetterballons

Die Daten, die die Sonde während des Fluges aufzeichnet, werden auf einem Datenträger in der Sonde gespeichert. Deshalb hatten wir Folgendes vor: Direkt nach dem Start fährt eine Gruppe von Schülern mit Herrn Witting dem Wetterballon hinterher. Dies ist möglich, da die GPS-Tracker alle fünf Minuten ein Standort-Update schicken.

Natürlich wollten wir den Wetterballon so schnell wie möglich starten, aber da das Wetter nicht mitgespielt hat, konnten wir den Ballon erst am 20.12.2021 in der Pause auf dem Schulhof steigen lassen.

Der Start des Wetterballons
Der Start des Wetterballons.

Es war geplant, dass der Ballon etwa nach einer Flugzeit von knapp drei Stunden in einer Höhe von 36.000 m über Gießen platzen und dann etwa 100 km entfernt von Gießen landen sollte. Das ist so hoch, dass man sogar schon die Krümmung der Erde und fast die ganze Halbkugel sehen kann. Am Ende des Artikels sind Bilder und Videos davon.

Die Flugroute.
Die Flugroute.

Der Plan ist nicht so ganz aufgegangen …

Das Wetter war wohl etwas zu gut, denn anstatt der geplanten Strecke von 224 km Luftlinie legte der Ballon etwa 330 km Luftlinie zurück.

Daher dauerte es fast 5 Stunden, bis wir gemeinsam mit Herrn Witting bei den Koordinaten des Landeplatzes angekommen waren.

Ab diesem Punkt gingen die Probleme erst richtig los.

Der Ballon hängt oben rechts im Baumwipfel.
Der Ballon hängt oben im Baumwipfel (blauer Kreis mit der Ausrüstung).

Denn der Ballon ist mitten in einem Wald gelandet. Als wäre dies nicht genug, hat sich außerdem der Fallschirm in einem Baum verfangen, weshalb der Ballon dann in etwa 20 m Höhe hing.
Jegliche Versuche, die Sonde herunter zu bekommen, mit vor Ort vorzufindenden Hilfsmitteln und mitgebrachten Zeltstangen waren leider erfolglos.

Wir haben noch vor Ort den zuständigen Förster kontaktiert, er hatte zwar auch keine Idee, doch er wollte sich dies in den nächsten Tagen einmal anschauen.
Aufgrund dieser Tatsachen hatten wir keine andere Chance, als ohne Sonde wieder nach Hause zu fahren.

Etwa eine Woche später haben wir jedoch neue GPS-Signale erhalten, die leicht neben den ursprünglichen Koordinaten lagen, außerdem war zu dieser Zeit starker Wind in der Region angesagt. Wir hatten daher die Hoffnung, dass der Wind die Schnur, die den Fallschirm mit der Sonde verbindet, durchtrennt hat.

Daher ist ein Schüler auf seinem Weg in seinen Urlaub in den Winterferien dort noch einmal vorbei gefahren. Und tatsächlich hatte der Wind die Sonde bewegt, leider nicht auf den Boden, sondern nur auf den benachbarten Baum. Dieser Baum war allerdings viel leichter bekletterbar, weshalb es dem Schüler daraufhin gelang, die Sonde aus etwa 10 m Höhe mit einem Stock zu treffen und somit zu Boden zu bringen.

Daher haben wir nun diese wunderschönen Aufnahmen des Wetterballons (mit inzwischen etwas veraltetem Gruß) und die Daten des Datenloggers.

Ein etwas verspäteter (oder verfrühter) Weihnachtsgruß aus dem Weltall.
Ein etwas verspäteter (oder verfrühter) Weihnachtsgruß aus dem Weltall.

Es war ein tolles Projekt mit vielen neuen Einblicken, Erfahrungen und Herausforderungen. Wir bedanken uns bei Herrn Witting für das Ermöglichen dieses Projekts und hoffen, dass auch nachfolgende Schüler:innen mit dem nun einmal erworbenen Equipment auch noch die Gelegenheit bekommen, so ein Projekt zu realisieren.

Kurze Videos aus dem Weltall

Gekürztes Video (45 min)

Seitenkamera

Bodenkamera

Kameras kombiniert

Ansprechpartner

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