Bericht von der Euriade 2019


Dieses Jahr im November haben insgesamt vier Schülerinnen und Schüler unserer Schule im Rahmen der Euriade an der Veranstaltung „Jugend im Dialog“ teilgenommen. Eine Woche lang haben wir in der alten Abtei Rolduc (Kerkrade) und Umgebung viele Veranstaltungen besucht und vor allem: viele Dialoge geführt.

Bereits im Frühjahr 2019 haben wir uns für diese Fahrt beworben. Niemand von uns wusste, was uns genau erwartet. Mitfahren wollten wir, weil wir gerne Schülerinnen und Schüler aus anderen Ländern kennenlernen wollten, und weil wir uns auf die Dialoge und den Austausch mit anderen gefreut haben.

Am 17. November sind wir losgefahren. Wir waren alle ziemlich gespannt, was uns erwarten würde. In Kerkrade angekommen konnten wir kurz unser Gepäck abstellen und wurden von Martin, einem der Mitorganisatoren und Moderatoren, herzlich empfangen und von ihm mit Schülerinnen und Schülern von einer Schule aus Serbien bekannt gemacht. Das war der erste Dialog, den wir geführt haben – viele weitere sollten folgen.

Später, als alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich in der Aula Minor versammelt hatten, fand ein Theater-Workshop statt, der von Schauspielerin Valérie so lustig und interessant (und manchmal seltsam) gestaltet wurde, das alle gerne mitgemacht haben. In den darauf folgenden Tagen haben wir Ausstellungen und Konzerte besucht, mit Politikerinnen und Politikern, Architekten und Unternehmern diskutiert. Wir haben mit Menschen mit Behinderung gemalt und gearbeitet, das Mondviertel in Heerlen besucht und das Rathaus in Aachen. Wir sind in ein Kloster gegangen und abends in ein modernes Ballett. Wir konnten selber den Unterschied zwischen einem sehr guten und einem sehr schlechten Politiker erfahren. Besonders berührt hat mich das gemeinsame Malen mit Menschen mit Behinderung. Sie waren so offen und herzlich, dass wir uns direkt willkommen gefühlt haben. Sie haben uns ihre Kunstwerke gezeigt, von denen eigentlich alle wirklich beeindruckend waren. Diese Kunst befindet sich auf einer ganz anderen Ebene, trotzdem, ja genau deshalb ist sie wirklich sehr berührend und erfrischend anders. Die Werke sind wenig naturalistisch, und trotzdem hat man das Gefühl, durch diese Werke besser zu verstehen, wie sich die Künstlerinnen und Künstler fühlen und wie sie die Welt wahrnehmen. Diese Dialoge waren ganz anders, aber genau diese sind mir am besten in Erinnerung geblieben, weil sie so angenehm ehrlich waren.

Am Freitag fand dann die Preisverleihung statt. Andreas van Agt (ehemaliger Ministerpräsident der Niederlande) wurde mit der Martin-Buber-Plakette ausgezeichnet. Gerne hätten wir ihm die ein oder andere kritische Frage zu seiner politischen Arbeit gestellt. Das war leider nicht möglich, da aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes in diesem Jahr der geplante Dialog mit den Jugendlichen entfallen musste.

Als wir uns am Ende der Woche sehr tränenreich von unseren neu gefundenen Freundinnen und Freunden aus aller Welt verabschieden mussten, haben wir gemerkt, dass Mitorganisator Martin – entgegen aller Erwartungen – doch Recht hatte: am Ende der Woche war Rolduc mit allen Euriade-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern ein Stückchen Zuhause geworden.

Ich bin sehr, sehr dankbar für diese Woche, denn neben den zahlreichen Veranstaltungen und Dialogen haben wir vor allem den Dialog miteinander gesucht. Wir haben uns über das einzigartige Schulsystem einer niederländischen Schule, die Familiensituation in Russland, den Schulweg in Südafrika, das Tanzen in Wien oder Lebensgewohnheiten in Serbien unterhalten, und das alles auf Englisch. Das sind Dinge, die in keinem Schulbuch stehen und die uns trotzdem ein Stückchen weitergebracht haben.

Nina-Sofie M.


Katrin HommenAnsprechpartner(in): Katrin Hommen

Datum: 12. Dezember 2019 - 20:00 Uhr | Update: 12. Dezember 2019 - 21:02 Uhr

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