Das MINT – Feriencamp “Expedition Medizintechnik” in Köln

Das MINT – Feriencamp “Expedition Medizintechnik” in Köln
Die eigenen Handabdrücke werden mit Gips ausgegossen, so wie man auch mit der Anfertigung von Prothesen beginnt. Am Ende des Tages durfte jeder Teilnehmer seinen persönlichen Abdruck mit nach Hause nehmen.

Durch den MINT-Newsletter erfuhr ich von dem MINT-Feriencamp “Expedition Medizintechnik”, der in der ersten Woche der Osterferien stattfand. Da mich der Bereich Medizin sehr interessiert, entschloss ich mich, hieran teilzunehmen.

Montag, den 10.04. ging es für mich sehr früh los. Ich musste von nun an jeden Tag dieser Woche, morgens um kurz nach 6.00h mit dem Zug nach Köln fahren um pünktlich an den verschiedenen Treffpunkten des Camps zu sein. Von unserer Schule war ich die Einzige und so traf ich am ersten Tag auf ca. 20 andere Jugendliche aus und um Köln. Der Tag begann mit einer Kennenlernrunde und Informationen zu den kommenden Tagen. Dann ging es auch direkt los, als erster Programmpunkt stand die Medizinstudentin Jana auf der Liste. Sie erzählte von ihrem Studium, den Weg dorthin und vor allem von den verschiedenen Möglichkeiten sich an den Universitäten für ein Medizinstudium zu bewerben. Sie gab tolle Tipps und wir nutzen die Zeit mit ihr zu einem regen Fragenaustausch.

Nach dem wirklich tollen Mittagessen ging es weiter mit den Rettungssanitätern, die ebenfalls von ihrem Beruf erzählten und dann mit uns einen Notfall simulierten, wir schlüpften abwechselnd in die Rolle des Patienten und in die des Rettungsassistenten. Wir lernten verschiedenes Equipment kennen und durften alles ausprobieren, hierbei merkten wir dann auch recht schnell wie anstrengend dieser Beruf ist, die Trage mit einem Patienten darauf z.B. ist äußerst schwer. Mein persönliches Highlight an diesem Tag: Ich durfte dem Leiter der Rettungstruppe einen Zugang in die Vene legen, wie man es macht, wenn man eine Infusion benötigt. Auf Anhieb hat es geklappt und ich bekam sogar ein großes Lob. Im Rettungswagen stellte ich mich dann zur Verfügung um die Herz-Kreislaufwerte zu überprüfen. Wir intubierten und führten die Herz-Druckmassage durch. Der Tag ging schnell zu Ende und gegen 19h war ich dann wieder zu Hause.

Im Trainingszentrum, Protheofit: Nele probiert eine Beinprothese aus und versucht damit zu laufen. Viel schwieriger als es bei Prothesenträgern meistens aussieht.

Am zweiten Tag trafen wir uns alle am Kölner HBF und fuhren dann gemeinsam zum “Rahm-Zentrum der Gesundheit”, ein Zentrum der Orthopädietechnik. Nach einer kurzen Einführung wurden von uns Fuß-und Handabdrücke gemacht, welche dann in der Werkstatt mit Gips ausgegossen wurden, so wie auch zunächst Prothesen hergestellt werden. Wir bekamen dann noch die Möglichkeit verschiedene Prothesen auszuprobieren, ich habe versucht auf Beinprothesen zu laufen, was ganz schön schwierig war und Übung erfordert. Nach dem Mittagessen trafen wir uns dann mit Paralympics-Goldgewinner Johannes Floors, der uns erzählte, wie er trotz zweier amputierter Wadenbeine zum Hochleistungssport kam. Alle unsere Fragen beantwortete er ausführlich und geduldig. Auch sah man ihm die Prothesen nicht an. Mich hat er sehr beeindruckt durch seine positive Art, mit der er sein Schicksal angenommen hat und dann auch noch so erfolgreich wurde.

Nele mit Johannes Floors: Paralympics Goldmedaillen-Gewinner Johannes Floors, erzählt, wie er mit zwei amputierten Unterschenkeln zum Hochleistungssportler wurde. Anschließend stellte er sich allen Fragen und Zeit für Fotos nahm er sich auch.

Am dritten Tag trafen wir uns im Labor des RBZ. Hier hieß es auch direkt “Kittel an und ab ins Labor”, wo wir zunächst mit dem Mikroskop vertraut gemacht wurden, mit welchem wir dann im Anschluss intensiv gearbeitet haben. Wir haben Blutgruppen untersucht, sowie das Thema Bakteriologie und klinische Chemie behandelt. Nährböden wurden untersucht und Schwangerschaftstest überprüft.
Wir bekamen eine Schweineleber zur Untersuchung, und mussten anhand verschiedener Tests die entsprechenden Krankheiten oder Allergien des jeweiligen Schweines erkennen. Zum Schluss gab es dann noch Informationen zu dem Berufsfeld und der Ausbildung.

Am vierten und letzten Tag hatte ich die weiteste Anreise, wir trafen uns im “Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt”.Hier begann der Tag im School Lab mit einem Vortrag über den Menschen im Weltraum. Wir lernten, was die Astronauten essen oder wie sie sich die Haare waschen. Verschiedene Experimente zu den Themen Kreislauf – und Muskelphysiologie, sowie Schwerelosigkeit und Infrarot zeigten uns, welche Besonderheiten im Weltraum gelten. Mittags wurde Pizza bestellt, worüber wir uns alle sehr freuten. Am Nachmittag durften wir dann noch das Europäische Astronautenzentrum besuchen, was nicht immer möglich ist und wirklich auch ein Höhepunkt war.

Und dann waren sie auch schon zu Ende, die 4 Tage des Medizin-Camps. Es war eine sehr anstrengende erste Ferienwoche, jeden Tag war ich von 6h bis 19h unterwegs, aber ich habe es keine Minute bereut, dabei zu sein. Ich habe wichtige Informationen zum Studium und zu vielen medizinischen Berufen bekommen, habe viel gelernt und erlebt (selbst die Fahrt alleine zu den verschiedenen Treffpunkten in Köln war ein Erlebnis) und sehr viele nette Leute kennengelernt, zu denen ich auch weiterhin Kontakt halte. Rundum eine tolle Woche , die Teilnahme an einem solchen MINT-Feriencamp ist zu empfehlen.

Nele B.

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