Das war unser „Junior Science Café“

Unsere Akteure (v.l.n.r.): Dr. M. Rutten, Dr. K. Hatz, F. Söllner, H. Gronenberg, Dr. H. Döhmen, J. Dahlmanns, S. Ellendt. Weitere Fotos finden Sie hier.


Wird Intelligenz vererbt, und wenn ja, kann man dann bald mit Hilfe von „Intelligenz-Genen“ die „Superbabys“ erschaffen? Was genau wird eigentlich vererbt? Und was ist heutzutage schon in der Pflanzenzüchtung möglich? Könnte man eine Erdbeere mit Schokoladengeschmack züchten? Über diese Fragen und mehr haben wir mit folgenden Experten diskutiert: Dr. Hiltrud Döhmen, Dr. Marc Rutten, Dr. Kathrin Hatz und Dr. Tinca Polderman.

Die Expertenmeinungen

Kann Intelligenz überhaupt vererbt werden? In einem englischen Interview sagt Dr. Tinca Polderman von der Universität in Amsterdam, dass Intelligenz ein Stück weit vererbt werden kann, doch weiß man nicht genau wieviele und welche Gene letztendlich dafür verantwortlich sind. In diesem Thema ist die Forschung noch nicht weit genug, um klare Antworten geben zu können. Aber selbst wenn: Die bekannten DNA-Stellen tragen nur einen sehr kleinen Anteil zur Intelligenz bei.

Dr. Hiltrud Döhmen, Ärztin des Kinderwunschzentrums, klärt mit uns die Fragen: Wie funktioniert künstliche Befruchtung? Wann sollte man Embryos auf bestimmte Eigenschaften testen? Haben die Eltern bestimmte Wünsche an ihr Kind? Wenn die Eltern zu Dr. Hiltrud Döhmen kommen, werden sie zunächst einmal untersucht. Durch verschiedene Untersuchungen wie z.B. einer genetischen Untersuchung kann man dann herausfinden, warum die Eltern kinderlos sind und ihnen schließlich helfen. Dr. Hiltrud Döhmen sagt, dass die Patienten keine Wünsche an ihr Kind haben. Diese Wünsche zu befolgen wäre in Deutschland auch gar nicht möglich. Durch eine Internetumfrage werden die Besucher gefragt, ab wann Embryos auf bestimmte Eigenschaften getestet werden sollten. Die Mehrheit stimmte der Aussage: „Embryos sollten untersucht werden, wenn es Gene gibt, die unheilbare Krankheiten verursachen“, zu. Auch Dr. Döhmen stimmt dem zu und sagt, dass Ärzte in diesem Fall eingreifen dürfen und man mit einer Therapie weiterhelfen kann. Zum Schluss erklärt sie noch, dass die Forschung sich sehr schnell weiterentwickelt und es in diesem Thema bald mehr Möglichkeiten geben wird.

Dr. Marc Rutten und Dr. Kathrin Hatz klären mit uns, was heutzutage alles schon in der Pflanzenzüchtung möglich ist und wie es dort abläuft. Das Ziel in der Züchtung ist gute Eigenschaften zu kreieren, wie z.B., dass die Tomate sehr groß ist oder besonders rot ist.
Die Dauer einer Züchtung beträgt 6-10 Jahre und ist damit sehr lang. Wenn man eine neue Sorte gezüchtet hat, dann muss diese erst einmal registriert werden. Um eine bestimmte Tomate zu züchten muss man viele Pflanzen kreuzen (nach der Mendelschen Regel), denn alle Gene werden durch Zufall vergeben. Zu der Frage, ob man eine schimmelresistente Tomate züchten kann sagt Dr. Kathrin Hatz, dass dies sehr schwierig ist, da es sich auf mehrere Gene bezieht. Die Ziele werden jedoch immer wieder erneuert und so könnte man theoretisch immer neue Arten züchten. Zu der Frage, ob man das auch auf den Menschen übertragen könnte erklären die Experten, dass auch das sehr schwierig ist. Es bräuchte viele Generationen und auch im späteren Leben ist es eher nicht möglich.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass es „Superbabys“ oder eine Erdbeere mit Schokoladengeschmack erst mal nicht geben wird. Aber trotzdem weiß man nie, wie weit die Forschung einmal kommen wird.

Unsere Thesen

Emma Sträter, 9a