Fraunhofer Talent School lädt Informatik-Ass zu Workshop ein



Kurz nach den Sommerferien freute sich Vincent Salgado (Jahrgangsstufe EF) ganz besonders über die Post im Briefkasten: Die „Fraunhofer Talent-School“ teilte ihm darin mit, dass er am Workshop „Algorithmen in der Praxis“ teilnehmen durfte.

Das ist umso bemerkenswerter, als dass „Fraunhofer“ die größte deutsche Forschungsgesellschaft ist. Einige der über ganz Deutschland verteilten Institute laden einmal pro Jahr jeweils 30 junge Talente aus ganz Deutschland zu Workshops ein. Für diese Talent-School kann man sich nicht anmelden, sondern muss entsprechende Fachkenntnisse und besondere Fähigkeiten vorweisen können. Ein Bewerbungsanschreiben mit Angaben zur Motivation und ein Lebenslauf gehören ebenfalls dazu.

Vincent hatte schon im Sommer seine Bewerbungsunterlagen beim „Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS)“ eingereicht. Im Mittelpunkt des Workshops „Algorithmen in der Praxis“ stand das Knobelspiel „Türme von Hanoi“. Vincent lernte dazu Algorithmen kennen und setzte mit dem EV3-Robotersystem von LEGO MINDSTORMS eigene automatisierte Lösungen um.

In den Herbstferien fuhr er dazu nach Sankt Augustin und schreibt uns nun im Rückblick:

Dank des MINT-Newsletters von Herrn van Bebber konnte ich die für die diversen dort angebotenen Workshops erforderlichen Kenntnisse mit Zertifikaten belegen. Ebenso hatte ich in der BMS Programmiererfahrungen durch den Differenzierungskurs Informatik und den Projektkurs Serveradministration gesammelt. Viele Chancen hatte ich mir nicht ausgerechnet und war deshalb umso erfreuter, als ich den Brief mit der Einladung bekam.

 

Am ersten Tag der Herbstferien ging es dann auf nach Schloss Birlinghoven. Dieses imposante historische Gebäude in St. Augustin gehört zum Institutsgelände.Um 10 Uhr sollten wir dort sein. Am Eingang mussten wir uns zunächst registrieren lassen. Ich war ein wenig nervös, als ich die anderen „Talente“ sah. Die meisten waren deutlich größer und älter als ich. Einige vom Organisations-Team gaben mir eine Tasche, in der ich einen Ringbuchblock, einen Bleistift und einen Kugelschreiber und Infos zu meiner Unterkunft sowie einen Zeitplan fand.

 

Kurz darauf begrüßte uns die Leiterin des Organisations-Teams und teilte uns in die Workshop-Gruppen ein. Wir setzten uns an einen großen Tisch, auf dem sechs Laptops und Kisten mit jeweils einem Mindstorms-EV3 Roboter waren.

 

Tower of Hanoi.jpeg

Das Spiel besteht aus drei gleich großen Stäben A, B und C, auf die mehrere gelochte Scheiben gelegt werden, alle verschieden groß. Zu Beginn liegen alle Scheiben auf Stab A, der Größe nach geordnet, mit der größten Scheibe unten und der kleinsten oben. Ziel des Spiels ist es, den kompletten Scheiben-Stapel von A nach C zu versetzen.
Bei jedem Zug darf die oberste Scheibe eines beliebigen Stabes auf einen der beiden anderen Stäbe gelegt werden, vorausgesetzt, dort liegt nicht schon eine kleinere Scheibe. Folglich sind zu jedem Zeitpunkt des Spieles die Scheiben auf jedem Feld der Größe nach geordnet. Quelle: Wikipedia, CC-Lizenz BY-SA 3.0. Bild Tower of Hanoi by Evanherk, CC BY-SA 3.0

 

Die Leiterin und die anderen Schüler stellten sich der Reihe nach vor, und dann sahen wir einen kleinen Begrüßungsfilm, der uns das Prinzip von „Die Türme von Hanoi“ erklärte. Dieses Kinderspiel mit umzulagernden Scheiben ist wohl jedem bekannt. Daraufhin durften wir mithilfe von Eclipse und dem EV3 das Prinzip vorerst grafisch auf den Mindstorms-Stein bringen.

 

Nach der Mittagspause (Currywurst mit Pommes!) gingen wir wieder an die Arbeit. Am Ende des Tages wurden wir mit den Begleitern per Bus zu dem Hotel gefahren, in dem wir die nächsten Tage übernachten sollten. Nach dem Abendessen gab es noch einen Spieleabend.

 

Am nächsten Morgen haben wir angefangen, den Roboter zu bauen und diesen so zu programmieren, dass dieser „Die Türme von Hanoi“ selbständig lösen konnte. Außerdem hatten wir die Gelegenheit, bei „Talents meet Experts“ verschiedene Mitarbeiter des Institutes kennenzulernen, die uns interessante Einblicke in ihre Arbeit gaben. Am Abend ging es dann noch auf eine Bowling-Bahn.
Am nächsten Tag wurden die Projekte fertiggestellt, ich nutzte die Zeit, um in 20 Minuten noch einen etwas weniger komplexen Roboter-Hund zu bauen. Am Ende des Tages konnten wir unsere „Türme-von-Hanoi-Roboter“ und den kleinen Roboter-Hund vorstellen und uns auch die Ergebnisse der anderen Workshops ansehen.

 

Vincent ist der Vierte von links. Bildquelle


Cornel van BebberAnsprechpartner: Cornel van Bebber

Datum: 19. November 2017 - 10:47 Uhr | Update: 17. November 2017 - 21:49 Uhr

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