Die Marienschule will als katholische Schule christliche Orientierungen nicht nur vermitteln, sondern auch in ihrer alltäglichen Praxis erfahrbar werden lassen. In diesem Sinne sind alle Verantwortlichen in der Schule besonders engagiert. Das schulische Alltagsleben wird durch unterschiedliche Formen religiösen Lebens geprägt. Auch die verschiedenen sozialen Aktivitäten bzw. Formen sozialen Engagements finden ihr Fundament in christlich-religiösen Orientierungen.

Christliche Orientierungen für Lehrer:innen im Umgang mit Schüler:innenn

Lehrer:innen in der Marienschule bemühen sich um ein besonderes Schüler-Lehrer-Verhältnis. Die Schüler:innen sollen sich in der Marienschule als mitmenschliche Partner erleben können, denen die Lehrer:innen mit Wohlwollen und Verständnis gegenübertreten.
Sie sollen ihre Lehrer:innen als Bezugspersonen erfahren, denen sie trauen und vertrauen können. Die Pädagoginnen und Pädagogen an der Bischöflichen Marienschule wollen für die Kinder und Jugendlichen an der Marienschule mehr sein als nur kompetent unterrichtende Personen. Sie wollen die Schüler:innen in ihrer jeweiligen Gesamtpersönlichkeit fördern. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten wollen sie die Schüler:innen nicht nur schulisch und unterrichtlich beraten, sondern ihnen auch in Problem- und Konfliktsituationen beistehen. In diesem Sinne sind alle Verantwortlichen an der Marienschule Ansprüchen von „Schulseelsorge“ und „Schulpastoral“ verpflichtet.

Christliche Erziehung in der Bischöflichen Marienschule

Als katholische Schule strebt die Bischöfliche Marienschule im Rahmen ihrer Erziehungs- und Bildungsaufgaben auch eine Einführung in die christliche bzw. katholische Glaubens- und Lebenspraxis an. Das bedeutet keineswegs, dass die Schule die Schüler:innen auf bestimmte religiöse Einstellungen verpflichtend festlegen wollte. Die Schule will innerhalb ihrer religiösen Erziehungs- und Bildungsarbeit vielmehr die Schüler:innen zu eigenen und bewusst verantworteten religiösen Entscheidungen motivieren und befähigen.
Die Schule erwartet allerdings von ihren Schüler:innenn die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit religiösen Fragen und auch zur Auseinandersetzung mit der Lehre und Praxis der katholischen Kirche. Aus diesem Grunde sind der konfessionelle katholische und evangelische Religionsunterricht für die Schüler:innen an der Bischöflichen Marienschule verpflichtend.
Lehrer:innen aller Fächer an der Bischöflichen Marienschule sind bemüht, die religiöse Dimension in ihren spezifischen Unterrichtsfächern und Handlungsfeldern nicht aus dem Blickfeld zu verlieren. Das gilt besonders bei der Organisation von fächerübergreifenden Projekten.
Das Einladen von Personen, die in besonderer Weise christlich engagiert sind, in den Unterricht bzw. in die Schule ist Bestandteil der christlichen Erziehungsarbeit. Umgekehrt sollen und können auch Schülergruppen kirchliche Institutionen besuchen und dort eigene Erkundungen und Erfahrungen machen. In diesem Sinne soll besonders angestrebt werden, dass die Schüler:innen authentische und glaubwürdige Erfahrungen machen können.

Die Marienschule als katholische Schule mit ökumenischem Anspruch

Liturgische Feiern sollen auch als ökumenische Gottesdienste gestaltet werden. Zu diesen Anlässen werden evangelische Geistliche für die Mitfeier der Gottesdienste eingeladen. Evangelische Christen werden zur Mitfeier katholischer Gottesdienste eingeladen, wie umgekehrt katholische Christen z.B. am Reformationsfest zur Mitfeier am evangelischen Gottesdienst eingeladen werden.
In vielen Projekten oder Initiativen kooperieren evangelische und katholische Schüler:innen im gemeinsamen christlichen Engagement ohne Beachten ihrer konfessionellen Unterschiede.

Der ökumenische Anspruch der Bischöflichen Marienschule soll über eine christliche Ökumene hinausweisen. Vor allem im Religionsunterricht sollen die Schüler:innen auch in nichtchristliche Religionen eingeführt werden. Hier sollen zuerst Gemeinsamkeiten und Möglichkeiten für gemeinsames Engagement behandelt werden, ohne auf diese Weise Unterschiede zu verschweigen. Auch sollen – im Rahmen der Möglichkeiten – Begegnungen (z.B. mit der jüdischen Gemeinde) gesucht und ermöglicht werden. Die Auseinandersetzung mit nichtchristlichen Religionen soll niemals nur im religionswissenschaftlichen oder informativen Sinne erfolgen: immer soll das Ringen und Suchen nach letzten „Wahrheiten“ positiv gewürdigt und so auch den Schüler:innenn vermittelt werden.