Marienschülerin wird für einen Tag Produktionsleiterin bei der Lanxess AG

Marienschülerin wird für einen Tag Produktionsleiterin bei der Lanxess AG

Vivekaa aus der Jahrgangsstufe Q1 war für einen Tag Chefin der Produktion der Lanxess AG. Am 14.10.2021 verantwortete sie durch die Aktion „Meine Position ist spitze“ einen Tag lang die Abläufe in Krefeld-Uerdingen. Hier berichtet sie von dem Tag:

Der Tag begann am dritten Tor des Chemparks. Dort traf ich Herrn Mätschke, den Pressesprecher, und das zweiköpfige Kamerateam, welches meinen besonderen Tag begleitete.

Anschließend begaben wir uns zum Büro des Produktionsleiters, Herrn Cramer, welcher uns ganz herzlich begrüßte. In einem Video, das uns Herr Cramer zeigte, wurden wir auf die Sicherheits- und Verhaltensvorschriften hingewiesen.

Frisch in meiner Position, machten wir uns auf dem Weg zum Labor. Dabei erfuhr ich, dass der Chemiekonzern Lanxess Kunstoffgranulate herstellt, welche dann zur Produktion von Autoteilen verwendet werden. Bekannte Automobilien wie Audi und BMW gehören zu den Kunden des Chemiekonzerns. Im Labor, wo die Qualitätskontrolle stattfindet, widmete ich mich meiner ersten Frühbesprechung. Dort klärte mich Herr Hermann bezüglich der Produktverfärbung auf, die durch die verwendeten Rohstoffe entstanden sind. Zum ersten Mal durfte ich dann auch eine Entscheidung als Produktionsleiterin bezüglich des weiteren Verfahrens treffen. Meine Entscheidung war somit, die leicht verfärbten Granulate maschinell auszusortieren. So konnten Kundenbeschwerden bezüglich der Produktqualität vorgebeugt werden.

Anschließend hat mir Herr Cramer das Labor mit den vielen Testmöglichkeiten vorgestellt. Dabei fiel auf, dass die Testung der Produkte sehr vielfältig und aufwendig ist. Es werden nämlich jeden Tag in der Musterproduktion Proben entnommen, welche anschließend von den Chemielaborant:innen untersucht werden. Bei der Testung wird das Produkt auf die rheologischen Eigenschaften, wie Viskosität, Gehalt der anorganischen Stoffe (Veraschung), Schlagzähigkeit und Wassergehalt (nach Karl Fischer) geprüft.
Wichtig ist auch zu erwähnen, dass es zwei Methoden zur Ermittlung der Viskosität gibt. Die erste Variante wird als Lösungsviskosität bezeichnet. Dabei wird das Produkt für circa 8 Stunden in Schwefelsäure gelöst. Anschließend wird die Lösung in eine Glasröhre geleitet, wobei die Durchflusszeit bestimmt wird. Diese wiederum gibt uns dann die Viskosität an, also die Zähflüssigkeit des Produktes. Das andere Verfahren wird als MVR bezeichnet. Dabei wird das Granulat in eine Röhre gegeben, die dann erhitzt wird. Die Maschine ermittelt anhand der Durchflusszeit die Viskosität. Als nächstes ging es dann zur automatischen, maschinellen Untersuchung der Musterprodukte. Die vorliegende Maschine entnahm automatisch die hingelegten Proben und überprüfte beispielsweise selbstständig die Schlagzähigkeit der Produkte.

Bald darauf begaben wir uns zum nächsten Meeting, welches das Thema der Nachhaltigkeit behandelte. Dort wurde zum größten Teil das Recyceln der Produkte besprochen. Dazu gab es dann auch eine praktische Untersuchung, wobei der sekundäre Werkstoff, also der Reststoff, auf die allgemeinen Fähigkeiten untersucht wurde. Da die Ergebnisse nicht den Normvorschriften entsprachen, habe ich mich dazu entschieden, die Endprodukte näher zu testen, um die Problematik eindeutiger zu bestimmen. Das Produkt, so wie es ist, in den Markt freizugeben, kam für mich nicht in Frage, da dadurch die Sicherheit der Kunden gefährdet werden könnte.


Nach einem leckeren Mittagessen ging es dann auch weiter mit dem „Supply Chain Meeting“. Dort habe ich mehr über die Planung der Produktherstellung und der ausschlaggebenden Faktoren, die die Produktion beeinflussen, erfahren. Auch das schriftliche Festhalten der Bestellungen und Ausstellungen wurde dabei näher erläutert. Kurz darauf folgte eine kleine Rundtour des neu gebauten Gebäudes, wo die gigantische Hauptproduktion im Betrieb war, die nebenbei bemerkt 140 Tonnen jährlich an Granulate produziert.

Der nächste Punkt auf der Agenda war das „HPM Trainee Onboarding“. Somit hatte ich die Möglichkeit den Neulingen das Labor vorzustellen, welches ich nebenbei bemerkt selber erst am gleichen Tag kennengelernt habe. Ziemlich aufgeregt stellte ich den Auszubildenden das Labor in aller Vielfältigkeit vor. Nach dem holprigen Anfang lief die Vorstellung des Labors eigentlich ganz gut, da Herr Cramer die nötige Hilfestellung leistete.

Abschließend widmeten wir uns dem letzten Punkt der Agenda, und zwar das „Production Meeting USA – Gastonia“. Lanxess ist nämlich ein internationales Chemieunternehmen, welches erfolgreiche Produktionsstätte in Ländern wie Brasilen, USA und Indien besitzt. Aus diesem Grund mussten wir uns mit Herrn Young, ebenfalls Produktionsleiter in Lanxess Gastonia, auf Englisch unterhalten, was ebenfalls eine Herausforderung war. Erfreulicherweise verlief das Meeting einwandfrei und ich habe dann auch ein paar Fragen auf Englisch gestellt, die Herr Young mir in aller Ausführlichkeit
erklärte. Nachdem wir uns von Herrn Young verabschiedeten, kam es leider auch zum Ende
meiner Positionsaufgaben.

Am Ende kam noch Herr Wauben, der Geschäftsführer von ChemCologne, zu Besuch, welcher mir mit Herrn Cramer die Urkunde zur erfolgreichen Teilnahme an der Aktion „Meine Position ist spitze!“ verlieh.

Insgesamt bin ich fasziniert von den vielfältigen Aufgaben und Verantwortungen eines Produktionsleiters. So bekam ich auch ein paar Ideen, wie ich meine Zukunft gestalten könnte. An dieser Stelle möchte ich mich bei Herrn Cramer bedanken, der mich den ganzen Tag begleitete und bezüglich meiner Zukunftspläne beriet.

Außerdem bin auch dankbar für den Einblick in die Berufswelt, die mir durch die Aktion „Meine Position ist spitze!“ ermöglicht wurde.

Zuletzt bedanke ich mich bei meinem ehemaligen Chemielehrer, Herr van Bebber, der uns über die Aktion berichtete und somit zahlreiche Schüler motivierte an der Aktion teilzunehmen.

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Ansprechpartner

Cornel van Bebber

Cornel van Bebber

Biologie, Chemie

Herr van Bebber ist verantwortlich für die MINT-Förderung, die Newsletter, die Homepage, digitale Medien an der Schule und dem Medienkonzept und Mitglied der Redaktion der Marienschulnachrichten. Außerdem ist er Klassenlehrer der 9c und LK-Chemie-Lehrer der Q2. Er unterrichtet Chemie, Biologie und ITG.

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