Profilklasse Musik


Ab dem Schuljahr 2016 wird an der Marienschule, beginnend in der Jahrgangsstufe fünf eine Musikklasse mit dem Schwerpunkt Gesang/Stimmbildung eingerichtet. Die Schülerinnen und Schüler haben in dieser Klasse die gleichen Fächer wie die Parallelklassen. Der Musikunterricht wird hier allerdings um eine Stunde in der Woche erhöht.

Maßgeblich für das Konzept ist unser Musiklehrer Herr Dr. Döben. Er hat bereits während seines Studiums Erfahrungen mit Kinderchorarbeit gesammelt. Er war u. a. Assistent des Domkapellmeisters beim Domchor in Paderborn, wo er mit den Chorknaben gearbeitet hat. In Paderborn leitete er den Jazzchor an der Schule für Musik und Tanz und an der Städtischen Musikschule Warstein und später an der Musikschule Mönchengladbach leitete er Kinder- und Jugendchöre.

Die Arbeit in unserer Musikklasse orientiert sich an einem neuen renommierten Konzept, das seit etwa zehn Jahren von Dr. Ralf Schnitzer in Baden-Württemberg entwickelt wurde. Herr Dr. Döben hat dieses sogenannte „Eppelheimer Modell“ in einem Lehrgang an der Landesmusikakademie bei Herrn Dr. Schnitzer kennengelernt.

Eine von ihm geleitete Singklasse wurde immer wieder von der Jahrgangsstufe 5 bis zur 10 aufgenommen. Das folgende Video zeigt die Entwicklung dieser Singklasse:

Stimme als Schlüssel zur musikalischen Bildung

Ralf Schnitzer charakterisiert seinen Ansatz folgendermaßen:

  1. Musikunterricht in den Gesangsklassen folgt elementaren Gesetzmäßigkeiten der neurobiologischen Entwicklung. Wesentlich hierin begründet sich die anhaltend hohe Motivation der Schüler.
  2. Musikunterricht in den Gesangsklassen setzt sich zum Ziel, die in jedem jungen Menschen innewohnende Musikalität zu erwecken und zu musikalischer Ausdrucksfähigkeit zu bringen. Lernen vollzieht sich dabei analog zum Sprachlernprozess.
  3. Die Stimme als jedem Menschen gegebenes akustisches Ausdrucksorgan ist zentraler Gegenstand des Unterrichts in den Gesangsklassen. Sie aufzuschließen heißt, die Persönlichkeit des Schülers aufzuschließen.
  4. Die Auseinandersetzung mit Musik ist in der Gesangsklasse stets eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Über das eigene Machen knüpft sich die (bildende) Verbindung zwischen der Schülerpersönlichkeit und dem musikalischen Gegenstand.
  5. Unterricht in der Gesangsklasse ist immer ein musikalisches Agieren miteinander. Jeder Schüler erfährt sich vor und mit anderen. Die persönliche Öffnung des einzelnen wird zur Öffnung der ganzen Lerngruppe.
  6. Unterricht in der Gesangsklasse stellt an die Schüler spezifisch musikalische Anforderungen und trainiert sie stetig: Üben, Wiederholen, Reflektieren, Gestalten und Umgestalten, Präsentieren. Damit verbunden sind spezifische äußere Bedingungen: Sitzordnungen, Raumarrangements, Umgang mit dem eigenen Körper und seiner Spannung, etc.
  7. Über die musikalische Praxis erschließt Musikunterricht in den Gesangsklassen die Gesetzmäßigkeiten des tonalen Raumes, musikalische Epochengeschichte und die Breite musikalischer Stile.
  8. An jeder Stelle ist Unterricht in den Gesangsklassen Eintauchen in eine konkrete Musiziersituation und -anforderung. Der Unterrichtsgegenstand wird nicht ‚besprochen’, sondern zuerst erlebt, er wird nicht ‚gestreift’, sondern erarbeitet.
  9. Unterricht in den Gesangsklassen fordert vom Lehrenden ein hohes Maß an
    menschlich-psychologischer Sensibilität einerseits und zugleich ein ebenso hohes Maß an musikalischer Kompetenz.
  10. Unterricht in der Gesangsklasse ist für viele Schüler erste Erfahrung musikalischen Arbeitens, Grundlagenunterricht also. Er ist Anfangspunkt eines langfristigen, stringenten Lernprogramms, das als Netzwerk bis über die Schule hinausweist: aufbauende Ensemblestrukturen, Kooperationen, gemeinsame Projekte mit öffentlichen Musizierpartnern, AG- Angebote über das Singen hinaus.

Weitere Videos zur Singklasse:


Dr. Dieter DöbenAnsprechpartner/in: Dr. Dieter Döben

Datum: 18. März 2016 - 20:10 Uhr | Update: 25. Juni 2018 - 18:06 Uhr