Crash Kurs


Crash Kurs Verkehrserziehung

An der Bischöflichen Marienschule wird die Verkehrserziehung der 5. und 6. Klasse in der Oberstufe fortgesetzt. Es geht um junge Fahranfänger:

Das Problem:

Die Zahlen sind alarmierend und nicht akzeptabel: In Nordrhein-Westfalen ereignen sich pro Jahr 550.000 Verkehrsunfälle, und über 600 Menschen werden dabei pro Jahr getötet. Der Anteil von jugendlichen Verkehrsteilnehmern bei den Verursachern von schweren Unfällen ist überproportional hoch. Die Polizei geht seit 2010 gemeinsam mit ihren Partnern beim „Crash Kurs NRW“ – unter anderem mit den Schulen – neue Wege. Die Anregungen stammen aus England, wo man mit einem vergleichbaren Programm bereits seit Jahren gute Erfahrung gemacht hat. Bei den Veranstaltungen in Schulen stehen die Emotionen im Vordergrund. Ziel ist es, bei den jungen Teilnehmern ein realitätsnahes Gefahrenbewusstsein zu schaffen und dauerhafte, positive Verhaltensänderungen zu bewirken.

Die Methode:

Polizisten, Feuerwehrleute, Notfallseelsorger, Notärzte, Verkehrsunfallopfer oder deren Angehörige berichten von ihren Erfahrungen. Sie erzählen, was sie erlebt haben, wie sie sich gefühlt haben und welche lange anhaltenden Belastungen durch einen Unfall entstehen können. Die Akteure verdeutlichen aber auch schonungslos ihre eigenen Grenzen. Es wird vermittelt, dass Verkehrsunfälle in den meisten Fällen passieren, weil die Fahrer Regeln missachten. Das heißt auch, dass man etwas dagegen tun kann. Den Schülern wird vor Augen geführt, dass sie Verantwortung tragen, wenn sie sich im Straßenverkehr bewegen. Dies gilt nicht nur für den Fahrer, sondern auch für diejenigen, die sich zu ihm ins Auto setzen. Alle tragen Verantwortung für sich selbst und Andere.

Crash Kurs NRW macht den Zuschauern eindringlich klar, dass innerhalb weniger Sekunden alle Lebensträume zerplatzen können. Damit dies nicht geschieht, sollen die Jugendlichen aufgerüttelt werden und die Überzeugung verinnerlichen: Das Leben ist viel zu wertvoll, als dass man es durch eine risikoreiche Fahrweise aufs Spiel setzen sollte. Weniger Jungendliche Verkehrsopfer sind der Erfolg, auf den Crash Kurs abzielt.

Der Crash Kurs an der Marienschule:

An der Bischöflichen Marienschule hat im Schuljahr 2012/13 dieses landesweit durchgeführte Projekt erstmalig stattgefunden. Die Veranstaltung ist an zwei Terminen, einmal für die Einführungsphase, eine Woche später für die Qualifikationsphase organisiert worden. Aus den Erfahrungen zu diesen Veranstaltungen heraus, wurde für die weiteren Jahre festgelegt, den Crash Kurs für die Q1 anzubieten.

Die Veranstaltungen werden nachmittags in einem 90-minütigen Unterrichtsblock durchgeführt. Herr Cremer (Polizist in MG, auch zuständig für die Verkehrserziehung der 5. und 6. Klasse) eröffnet die Veranstaltung mit einem kurzen Informationsfilm zu in Mönchengladbach stattgefundenen Unfallsituationen. Es folgen mehrere Vorträge von Betroffenen über die Folgen eines Verkehrsunfalls für die Beteiligten. Sie alle schildern den Schülern einen Verkehrsunfall, den sie erleben mussten, aus ihrer Sicht. Ganz bewusst werden hierbei wieder Unfallabläufe beschrieben, die in Mönchengladbach oder seiner Umgebung stattgefunden haben. Da es insofern durchaus vorkommen kann, dass die Unfallopfer den Zuhörern bekannt waren / sind, ist es unbedingt erforderlich, dass Seelsorger oder andere Ansprechpartner sofort für Gespräche anwesend sind.

Auch nach den eindrucksvollen Beiträgen stehen die Redner für Einzelgespräche zur Verfügung – ein Angebot, das von vielen Schülern genutzt wird.
Für die Veranstaltungen in den kommenden Jahren ist außerdem eine anschließende Aufarbeitung im Unterricht vorgesehen. Geplant hierfür ist es, dies in den Religionskursen durchzuführen. Dadurch werden alle Schüler erreicht und die Diskussionen finden damit in Kursen statt und nicht mit der ganzen Jahrgangsstufe gemeinsam, wie es beim Vortragsnachmittag der Fall ist.


AvatarAnsprechpartner(in): Christiane Krings

Datum: 11. Juni 2016 - 16:29 Uhr | Update: 11. Juni 2016 - 16:30 Uhr