KlaWir: Klasse sind wir!

miteinander leben – füreinander da sein – gemeinsam lernen

An unserer Schule wurde gemeinsam von Lehrern, Eltern und Schülern ein Konzept entwickelt, das Streitigkeiten, Ausgrenzung oder sogar Mobbing verhindern und das Entstehen eines angenehmen sozialen Klimas fördern und u der Bildung einer harmonischen Klassengemeinschaft beitragen soll: „KlaWir-Klasse sind Wir!“ Im Zentrum stehen ausgebildete Schülerpaten. Hier finden Sie weitere Fotos.
An unserer Schule wurde gemeinsam von Lehrkräften, Eltern und Schüler:innen ein Konzept entwickelt, das Streitigkeiten, Ausgrenzung oder sogar Mobbing verhindern und das Entstehen eines angenehmen sozialen Klimas fördern und zu der Bildung einer harmonischen Klassengemeinschaft beitragen soll: „KlaWir-Klasse sind Wir!“ Im Zentrum stehen ausgebildete Schülerpaten.

Das sagt sich so einfach! Wenn Menschen aufeinander treffen, fällt es ihnen oft schwer, eine Gemeinschaft zu bilden, in der sich jeder wohlfühlt. Streitigkeiten, Ausgrenzung oder sogar Mobbing verhindern das Entstehen eines angenehmen sozialen Klimas und erschweren nicht nur Einzelpersonen, sondern der ganzen Gruppe den Alltag. Dies ist nicht nur im Berufsleben, sondern an Schulen der Fall.

Nun wurde an der Bischöflichen Marienschule in Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Eltern und Schüler:innen ein Konzept entwickelt, das genau diesen Umständen vorbeugen und zur Bildung einer harmonischen Klassengemeinschaft beitragen soll: „KlaWir-Klasse sind Wir!“

Dieses Konzept ist so strukturiert, dass jeder Klasse seit dem Schuljahr 2012/13 zu Beginn der Erprobungsstufe ein freiwilliges Patenteam aus drei bis fünf Schüler:innen der jetzigen EPH zur Verfügung gestellt wird, die in Klassenstunden, den sog. KlaWir-Stunden, die jeweilige Gemeinschaft individuell und altersgerecht fördern.

Doch auch außerhalb der KlaWir-Stunden stehen die Patinnen und Paten den Lernen der fünften und sechsten Klassen zur Verfügung, wenn sie Sorgen oder Probleme haben, wodurch die Patenteams jederzeit auf spontan auftretende Situationen eingehen können. Wenn jemand nicht persönlich mit den Patenteams reden möchte, besteht zudem die Möglichkeit, einen Zettel in der „KlaWir-Box“, ein im Klassenraum befestigter Briefkasten, zu hinterlassen. Auch Sonderaktionen wie Klassenausflüge oder Aktionsstunden auf dem Schulhof stärken dabei den Zusammenhalt innerhalb der Klasse und den Kontakt zu den Patinnen und Paten.

“KlaWir-Pate” zu sein bedeutet also ein großes Maß an Verantwortung und Arbeit. Doch es beinhaltet ein noch größeres Maß an Freude, bei einer so bedeutsamen Sache mitwirken zu können, und die Chance, wertvolle Erfahrungen in den Bereichen Konfliktlösung, Umgang mit Menschen, Rhetorik, Teamarbeit und vielem mehr zu sammeln.

Klawir

Grundidee:

  1. Die Klassen der Jahrgangsstufen 5 und 6 haben Klassen-Stunden zur Förderung des Klassenklimas und des Schulklimas, getreu dem Motto „Klasse sind WIR!“. Daher werden diese Stunden im weiteren Verlauf KlaWIR-Stunden genannt. Es geht um die Förderung der Klasse und um die Identifikation mit der Schule: miteinander leben – füreinander da sein – gemeinsam lernen. „Wir sind die Klasse 5c und sind verantwortlich für die Klasse!“ – „Wir sind Marienschüler und Marienschülerinnen und tragen Verantwortung für das gute Beisammensein auf der Schule!“
  2. Diese Stunden sollen durch Patinnen und Paten in Zusammenarbeit mit dem Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin geführt werden. Daher ist es notwendig, dass es zwischen dem Patenteam und dem Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin ein hohes Maß an Zusammenarbeit gibt. Diese Zusammenarbeit bezieht sich auf die Zielsetzung, die Planung, die Durchführung und auf die Nachbereitung.
  3. Die KlaWIR-Stunden finden jeden Donnerstag in der 1. Unterrichtsstunde im Wechsel mit dem Gottesdienst statt. Findet also an einem Donnerstag kein Gottesdienst statt, so trifft sich die Klasse mit ihrem Patenteam und dem Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin zur KlaWIR-Stunde. Steht auf dem Plan der Gottesdienst, so trifft sich die Klasse gemeinsam mit dem Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin zum Gottesdienst in St. Barbara. Die Patenteams treffen sich dann mit dem ganzen KlaWIR-Team. Alle Klassenlehrer:innen der Jgst. 5 und 6 haben dazu die 1. Unterrichtsstunde donnerstags, diese KlaWIR-Stunde, fest im Stundenplan.
  4. Die Ziele der KlaWIR-Stunden sollen durch den Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin in Zusammenarbeit mit dem Patenteam bestimmt werden. Mögliche Ziele sind:
    • einander kennenlernen – den/alle anderen wahrnehmen
    • miteinander lernen – eine gesunde Arbeitsatmosphäre schaffen
    • „Alle für einen – Einer für alle!“ – füreinander da sein, helfen, zuhören, …
    • Wie erreichen wir gemeinsam ein Ziel? – Strategien bei der Gruppenarbeit
    • Gemeinschaft (Klasse) reflektieren – Was kann in Gemeinschaft passieren?
    • Stärkung der Persönlichkeiten – Reflexion, Empathie, Personentypen, …
    • Konflikte – Was ist das? Wie entsteht das?
    • Konflikte lösen und reflektieren
    • Mobbing – Was ist das? Ärgern oder Mobbing – Wo liegen Grenzen?
    • … .
  5. Die Patinnen und Paten sollen im KlaWIR-Team geführt und geleitet werden. Hier werden auch allgemein Ziele formuliert und gemeinsam erarbeitet.
  6. Die einzelnen Klassen sollen in ihrem Klassenklima beobachtet werden, d.h. hier werden Umfragen (anonym) durchgeführt, in denen festgestellt wird, ob es in einer Klasse Probleme gibt, ob einzelne Schüler:innen sich unwohl fühlen, weil sie vielleicht auch stark gemobbt werden, ob die natürliche Gruppenbildung dazu führt (geführt hat), dass einzelne Schüler:innen „draußen“ bleiben, ausgegrenzt werden, … . Diese Umfragen sollen bei der Zielsetzung der KlaWIR-Stunden berücksichtigt werden.

Zu den Patenteams:

  1. Die Patenteams für die Jahrgangsstufe 5 sind Schüler:innen aus der Jahrgangsstufe EPH und anschließend ergibt sich, dass die Patenteams der Jahrgangsstufe 6 aus der Jahrgangsstufe Q1 kommen.
  2. Die Patenteams eines künftigen Jahrgangs werden in der Jgst. 9 geworben. Nach den Weihnachtsferien muss sich ein Kompetenzteam (KlaWIR-Team) bilden: Patenteams und Ausbilder-Lehrer:innen und später auch die neuen Klassenlehrer:innen.
  3. Vorgeschlagen wurden 4/5 Schüler:innen-Paten pro Klasse (vielleicht 3), aber auf jeden Fall ein Mädchen und ein Junge. Die Auswahl trifft der KlaWIR-Teamleiter bzw. die KlaWIR-Teamleiterin.
  4. Die Patenteams sind in der Jgst. EPH bzw. Q1 während der KlaWIR-Stunden ständig dabei und führen die Klasse. Wichtig ist es, dass die Patenteams als wesentlicher Bestandteil der Schule wahrgenommen werden. Sie sind aktiver Teil der neuen Klasse, treu dem Motto „Schüler helfen Schülern“! Sie übernehmen auf andere Weise wie der Lehrer bzw. die Lehrerin eine Vorbildfunktion. Sie können auf anderer Ebene die neuen Schüler:innen sensibilisieren und unterstützen bei der Klassenfindung und Klassenbildung (Gruppenbildung, feste Gruppen aus den Grundschulen, …), bei Problemlösungen (kleines / großes Problem, Ernst bzw. Nicht-Ernstnehmen von Schüler:innen, Bewerten von Schülerhandlungen, …), und bei Persönlichkeitsbildung (andere Sicht auf Kindheit, Jugend, Empathiebildung, …).
    Wichtig ist also, dass die Patenteams nicht nur den Klassenlehrer bzw. die Klassenlehrerin unterstützen, sondern dass sie ein wesentlicher Bestandteil bei Zielsetzung, Vorbereitung und Organisation, sowie der Durchführung und der anschließenden Reflexion der KlaWIR-Stunde sind. Es müssen sich also die Patenteams einer jeweiligen Klasse mit dem Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin treffen, um diese Bestandteile zu besprechen.
  5. Die Paten-Schüler:innen des KlaWIR-Teams können sich dieses Projekt in der Jahrgangsstufe Q1 als Projektkurs im Fach Religion anrechnen lassen.
  6. Ein Nachweis für die Tätigkeit soll auf dem Zeugnis erscheinen. Am Ende eines Schuljahres erhalten die Patinnen und Paten ein besonderes Zertifikat.

Zum KlaWIR-Team:

  1. Das KlaWIR-Team des künftigen Jahrgangs 5 bildet sich im Februar. Im Januar werden künftige Patinnen und Paten geworben.
  2. Das KlaWIR-Team setzt sich aus einem oder mehreren KlaWIR-Teamleiter:innen, den Patinnen und Paten (in dem jeweiligen Jahrgang) und weiteren Ausbildern (interessierte Lehrkräfte, interessierte Eltern, Sozialpädagoge, Experten …) zusammen. Ergänzt werden diese immer wieder durch die Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen der 5. und 6. Klassen. In der 9. Klasse (sich neu bildende Gruppe) sollten später die Klassenlehrer:innen der neuen 5. Klassen hinzukommen.
  3. Der Teamleiter bzw. die Teamleiterin betreuen in zweier Teams die Patinnen und Paten in ihrer Arbeit mit den Klassen und bereiten die Neuntklässler:innen auf ihre Tätigkeit als Patinnen und Paten vor. Außerdem kümmern sie sich um alle organisatorischen Angelegenheiten.
  4. Für die Teamtreffen gibt es einen Teamraum (KlaWIR-Raum) G 105, der von dem Team mit klassen- und schulklimatischen Schwerpunkten gestaltet wird. In diesem Raum stehen uns Spielmaterialien und Sonstiges zur Verfügung.
  5. Teamtreffen ist donnerstags in der 1. Unterrichtsstunde, wenn keine KlaWIR-Stunden für den betreuten Jahrgang stattfindet.

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